Im Großhandel treffen kaufmännische, logistische und steuerliche Begriffe aufeinander. Missverständnisse kosten hier Geld – etwa wenn Lieferbedingungen falsch verstanden werden oder ein Zahlungsziel anders gemeint war als angenommen.
Dieses Lexikon erklärt die Begriffe, die Ihnen in Angeboten, Rechnungen und Markenprofilen begegnen. Es ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Bestellung und Konditionen
Diese Begriffe bestimmen, wie und zu welchen Bedingungen Sie ordern.
- MOQ (Minimum Order Quantity): Mindestbestellmenge pro Artikel oder Marke
- MOV (Minimum Order Value): Mindestbestellwert einer Bestellung
- Vororder: verbindliche Bestellung lange vor der Saison
- Nachorder: Nachbestellung während der laufenden Saison
- Sofortware: sofort lieferbare Lagerware ohne Vorlaufzeit
- Staffelpreis: Preis, der sich mit der Bestellmenge ändert
Preis und Kalkulation
Diese Begriffe brauchen Sie für jede Wirtschaftlichkeitsrechnung.
- EK / VK: Einkaufspreis und Verkaufspreis, üblicherweise netto
- UVP: unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers
- Kalkulationsfaktor: Multiplikator vom EK zum VK
- Handelsspanne: Rohertrag bezogen auf den Verkaufspreis
- Landed Cost: Gesamtkosten der Ware bis in Ihr Lager
- Deckungsbeitrag: Erlös abzüglich variabler Kosten
Zahlung
Zahlungsbedingungen wirken direkt auf Ihre Liquidität.
- Zahlungsziel: Frist, innerhalb derer die Rechnung zu begleichen ist
- Skonto: Preisnachlass bei schneller Zahlung
- Vorkasse: Zahlung vor Versand, üblich bei Neukunden
- Rechnungskauf: Zahlung nach Erhalt der Ware
- Reverse Charge: Umkehr der Steuerschuldnerschaft bei EU-Geschäften
Logistik
Diese Begriffe regeln, wer welches Risiko und welche Kosten trägt.
- Incoterms: internationale Lieferklauseln wie EXW, FOB oder DDP
- Sperrgut: übergroße Sendungen mit Zuschlag
- Volumengewicht: Berechnungsgewicht auf Basis der Maße
- Teillieferung: Aufteilung einer Bestellung in mehrere Sendungen
- Wareneingangskontrolle: Prüfung von Menge und Zustand bei Anlieferung
Sortiment und Steuerung
Diese Kennzahlen steuern Ihr Sortiment im laufenden Betrieb.
- Umschlagshäufigkeit: wie oft sich der Lagerbestand pro Jahr erneuert
- Abverkaufsquote: Anteil verkaufter Ware zum vollen Preis
- Grundlast: ganzjährig verfügbares Kernsortiment
- Ladenhüter: Artikel ohne nennenswerten Abverkauf
- Gebietsschutz: vertragliche Exklusivität in einem Gebiet
Fazit
Klären Sie unklare Begriffe immer vor der Bestellung. Die konkrete Bedeutung im Einzelfall – etwa welche Lieferklausel gilt oder welches Zahlungsziel eingeräumt wird – legt die jeweilige Marke fest und ist nach der kostenlosen Registrierung im Markenprofil einsehbar.