Ein Concept Store kombiniert Mode, Living, Beauty, Papeterie und Food zu einem stimmigen Ganzen. Genau das macht den Einkauf anspruchsvoll: Sie kaufen nicht in einer Kategorie ein, sondern gegen eine gestalterische Idee.
Dieser Leitfaden beschreibt, wie Sie kategorienübergreifend einkaufen, ohne die wirtschaftliche Kontrolle zu verlieren.
Die Leitidee operationalisieren
Formulieren Sie Ihre Leitidee in drei bis fünf konkreten Kriterien – etwa Materialwelt, Farbspektrum, Herkunft, Preislage und Herstellungsart. Diese Kriterien sind Ihr Filter für jede Kategorie gleichermaßen.
Der Vorteil: Ein Kriterienset macht kategorienübergreifende Entscheidungen vergleichbar und verhindert, dass einzelne Warengruppen stilistisch ausbrechen.
Kategorienmix und Flächenverteilung
Messen Sie Umsatz und Deckungsbeitrag pro Quadratmeter je Kategorie. In vielen Concept Stores tragen kleine, dichte Zonen – Schmuck, Papeterie, Duft – überproportional zum Ergebnis bei, während große Möbel- oder Modeflächen vor allem Atmosphäre liefern.
Beides ist legitim, muss aber bewusst gesteuert werden: Atmosphärenflächen finanzieren sich über die Zonen mit hoher Flächenproduktivität.
Marken über Kategorien hinweg auswählen
Suchen Sie nach Marken, die in mehrere Ihrer Zonen passen. Sie reduzieren damit die Zahl der Lieferantenbeziehungen, erreichen Mindestbestellwerte leichter und halten das Gesamtbild konsistenter.
- Living-Marken mit Duft- oder Textilanteil
- Beauty-Marken mit Wellness-Ergänzung
- Papeterie-Marken mit Geschenkartikeln
- Accessoire-Marken mit Schmuckanteil
Storytelling ohne Erfindungen
Concept Stores leben von Geschichten über Herkunft und Machart. Nutzen Sie ausschließlich Informationen, die die jeweilige Marke bereitstellt. Erfundene Herkunfts- oder Nachhaltigkeitsaussagen sind rechtlich riskant und beschädigen genau das Vertrauen, das Ihr Konzept trägt.
Praktischer Einstieg
Definieren Sie drei Zonen, wählen Sie pro Zone zwei bis drei Kandidatenmarken und starten Sie mit kleinen Testbestellungen. Nach sechs bis acht Wochen liegen genug Daten vor, um die Flächenverteilung anzupassen. Die Registrierung auf Faire ist für Händler kostenlos und macht diesen kategorienübergreifenden Vergleich in einem Durchgang möglich.